Tierarztpraxis  Dr. med. vet. Kathrin Reuter

Weimarerstr.81  21107 Hamburg  Tel.: 040 / 753 38 66


Erkrankungen der Katze

Vestibular-Syndrom
Harnabsatzstörungen
Hornhautgeschwür
Herzerkrankungen
Nierenerkrankungen
Zahnerkrankungen bei der Katze

Das Vestibular-Syndrom

Das Vestibularorgan befindet sich im Inneren des Ohres und kontrolliert das Gleichgewicht; deshalb wird es auch "Gleichgewichtsorgan" genannt. Erinnern Sie sich an Ihre letzte Karussell-Fahrt? Dann wissen Sie sicherlich noch, wie Sie sich bei dem anschließenden Versuch fühlten, geradeaus zu gehen. Genauso fühlt sich auch ein Tier, das an dem Vestibularsyndrom leidet. Die Krankheit tritt ganz plötzlich auf, bessert sich aber meist spontan von selbst.

Eine vestibuläre Störung beim Haustier wird oft fälschlicherweise für einen Schlaganfall gehalten. Dieser kommt aber bei Hunden und Katzen fast überhaupt nicht vor. Die Symptome einer vestibulären Störung beim Tier sind denen des menschlichen Schlaganfalls jedoch tatsächlich sehr ähnlich, weshalb häufig die Tierärzte selbst die Erkrankung als "Schlaganfall" beschreiben, um dem Besitzer das Verständnis zu erleichtern.

Welche Tiere werden betroffen?

Jedes Tier kann an einer vestibulären Störung erkranken. Am häufigsten kommt sie jedoch bei alten Hunden sowie Katzen im mittleren Lebensalter vor. Hunde können das ganze Jahr über erkranken, Katzen werden ohne erkennbaren Grund dagegen meist im Spätsommer und Herbst betroffen.

Ursache der Erkrankung?

Es gibt viele Erkrankungen, die das Gleichgewichtsorgan schädigen und dieselben Symptome verursachen. Ein gestörter Gleichgewichtssinn kann von einer Infektion, von einer Tumorerkrankung oder einer Vergiftung herrühren. Das Vestibularsyndrom ist eine Krankheit, für die es keinen offensichtlichen Grund gibt. Auch wenn viele Theorien über die Ursache existieren, kann niemand mit Sicherheit sagen, wodurch sie verursacht wird.

(Symptome) Woran erkennen Sie die Erkrankung ?

Das Beängstigendste an der Erkrankung ist, wie plötzlich sie auftritt. Es ist genauso wie bei einem Schlaganfall: In diesem Moment ist das Tier noch munter und läuft normal herum - im nächsten kann es nicht mehr aufstehen! Ein Tier mit vestibulärer Störung hält seinen Kopf zur Seite geneigt und kann auch das Ohr schief halten. Meist haben die Tiere beim Geradeauslaufen Schwierigkeiten , weshalb sie häufig wie betrunken erscheinen. Sehr schwer betroffene Tiere können eventuell nicht mehr aufstehen oder laufen im Kreis, bevor sie umfallen. Die meisten Tiere zeigen bei Beginn der Symptome ein Augenzucken von einer Seite zur anderen. Diese Augenbewegungen hören gewöhnlich nach einigen Tagen wieder auf. Die Tiere fühlen sich meist relativ wohl und können auch essen und trinken - vorausgesetzt, sie schaffen es zu ihrem Futternapf. Manchmal erbrechen sie oder verweigern das Futter, weil ihnen so übel ist wie uns, wenn wir aus einem Karussell aussteigen.

(Therapie) Behandlung der Erkrankung

Die schlechte Nachricht ist, dass man eigentlich gar nichts gegen sie tun kann. Die gute Nachricht ist, dass die Erkrankung sich meist von selber normalisiert. Sie sollten innerhalb von 48 Stunden eine Besserung bei Ihrem Tier feststellen können und in den folgenden zehn Tagen eine schnelle Normalisierung des Allgemeinzustands. Die Normalisierung geht dann langsamer über die folgenden vier Wochen weiter, bis die meisten Tiere schließlich vollständig geheilt sind. Nur wenige Tiere behalten eine ständige leicht schräge Kopfhaltung.

Falls sich bei Ihrem Tier die Störung nicht entsprechend diesem Muster bessert, werden wir möglicherweise weitere Untersuchungen einleiten, um sicherzugehen, dass nicht eine andere Krankheit hinter den Symptomen steckt. Gegebenenfalls verschreiben wir Medikamente, um das Schwindelgefühl zu verringern und das Allgemeinbefinden der Katze zu verbessern. Sehr schwer erkrankte Fälle müssen eventuell stationär aufgenommen werden und Infusionen erhalten. Häufig ist aber nur gute Pflege und Geduld erforderlich.

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Harnabsatzstörungen
(Feline Lower Urinary Tract Disease – FLUTD)

Etwa 3% aller Katzen haben wenigstens einmal im Leben Probleme mit dem Harnabsatz. Diese Störungen des Harnapparates der Katze werden unter dem Begriff der Erankungen der ableitenden Harnwege (Feline lower urinary tract disease – FLUTD, früher als felines urologisches Syndrom - FUS - bezeichnet) zusammengefasst und bereiten der Katze beim Harnabsatz Schmerzen und Unwohlsein.

Die Erkrankung kann u.a. durch Harngries (Kristalle im Urin), Blasensteine, eine Verstopfung der Harnröhre oder durch eine Blasenentzündung (Zystitis) verursacht sein. Im Extremfall kann Ihre Katze die Harnblase nicht mehr entleeren und ohne Notfallbehandlung sogar sterben.

Eine Katze, die keinen Urin absetzen kann, stellt einen urologischen Notfall dar und umgehend beim Tierarzt vorzustellen.

Ursachen der FLUTD?

Bei etwa der Hälfte der Katzen mit FLUTD ist es sehr schwierig, die genaue Ursache der Erkrankung festzustellen (53% idiopatische Cystitis).

Die Fütterung beeinflusst den Mineralstoffhaushalt, den pH-Wert des Urins und die Wasseraufnahme, die wiederum selbst Faktoren der Krankheitsentstehung sind. Störungen in diesem System können zu Kristallbildung im Urin und damit zu Harnabsatzstörungen führen (31% Urolithiasis).

Infektionen (z.B. Blasenentzündung) können zu Schwellungen der Schleimhaut führen, die die harnableitenden Wege (Harnleiter und Harnröhre) der Katze verlegen können (10% Infektion).

Anatomische Veränderungen (2,5%) oder Tumore (2,5%) können das Wasserlassen bei einigen Katzen erschweren.

Diabetes mellitus (Blutzuckererkrankung) und einige durch Viren verursachte Erkrankungen können die Katze für Infektionen empfänglicher machen.

Katzen, die aus welchen Gründen auch immer, den Harn lange Zeit zurückhalten (d.h. nicht häufig genug zur Toilette gehen), weisen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Harnabsatzproblemen auf. Zu Problemen kann es auch bei übergewichtigen und inaktiven Katzen kommen. Sie sind häufig einfach zu faul, oft genug nach draußen oder auf die Toilette zu gehen. Eine Reihe von Faktoren scheinen jedoch das Risiko zu vergrößern, so z.B.: Stress: Beispielsweise kann ein Umzug bei sensiblen Katzen Probleme verursachen.

Bei kastrierten Katern kommt es am häufigsten zu einer Verstopfung der Harnröhre. Die Störung kann aber auch bei unkastrierten männlichen oder weiblichen Tieren vorkommen. Die Harnröhre ist bei männlichen Tieren jedoch länger und enger als bei weiblichen, wodurch sich das Risiko einer Verstopfung infolge einer Entzündung oder durch Harnsteine bzw. Harngries erhöht. Grundsätzlich kommt die Erkrankung bei jungen Katzen häufiger vor als bei alten. Betroffene Katzen sind häufig zwischen zwei und sechs Jahre alt.

(Symptome) Woran erkennen Sie die Erkrankung ?

Wenn Ihre Katze unter FLUTD leidet, wird sie häufig die Katzentoilette oder die von ihr bevorzugte Stelle im Freien zum Harnabsatz aufsuchen ohne tatsächlich Urin abzusetzen. Es können kleine Mengen dunklen oder roten (mit Blutspuren versetzten) Urins abgesetzt werden. Ihre Katze versucht krampfhaft, Harn abzusetzen und kann dabei vor Schmerzen aufschreien oder ihr Hinterteil bzw. die Penisgegend belecken. Die Schmerzen können Veränderungen in ihren Toilettengewohnheiten verursachen und eine normalerweise stubenreine Katze kann unsauber werden. Besteht eine vollständige Verlegung der Harnwege, kann es durch den Rückstau des Urins zu einem Nierenversagen kommen. Die normalerweise durch die Nieren aus dem Blut ausgeschiedene Giftstoffe reichern sich dann im Körper an und führen schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand Ihrer Katze. Im Extremfall kann die Harnblase durch eine vollständige Verlegung der Harnwege platzten. Daher stellt jede Harnabsatzstörung bei der Katze einen Notfall dar.

(Diagnose) Wie wird die Erkrankung festgestellt?

Haben Sie den Verdacht, das Ihre Katze eine Urinabsatzstörung hat, stellen Sie sie umgehend in unserer Praxis vor. Anhand einer Urinprobe können wir nämlich feststellen, ob bei Ihrer Katze z.B. eine Blasenentzündung hat oder ob sich Kristalle im Urin befinden, die eventuell zu einer Verlegung der Harnröhre führen. Der Harn einer Katze mit FLUTD ist verändert. Er kann ungewöhnlich stark konzentriert sein, Blut enthalten oder Kristalle (Mineralsalze, die Blasensteine verursachen). Eine Blutuntersuchung zeigt, ob auch eine Schädigung der Niere vorliegt. Eine Röntgen- und oder Ultraschalluntersuchung kann uns helfen, die Ursache der Verlegung festzustellen.

(Therapie) Behandlung der FLUTD

Eine vollständige Verlegung der Harnwege ist ein Notfall und erfordert schnelles tierärztliches Eingreifen. Möglicherweise erscheint Ihre Katze zunächst nur etwas niedergeschlagen und erbricht gelegentlich. Ihr Zustand kann sich jedoch sehr schnell dramatisch verschlechtern und sie kann ohne fachgerechte Behandlung innerhalb von 48 Stunden ins Koma fallen und sterben.

Struvit - BlasensteineIm akuten Fall wird Ihrer Katze ein dünner Schlauch ("Katheter") in die Harnblase eingeführt, um den gestauten Urin abzulassen und den Druck der Blase und damit den Rückstau des Harns in die Nieren (Vorsicht Nierenversagen) zu verringern. Leichtere Fälle werden mit Schmerzmitteln und anderen Medikamenten behandelt, die die Entzündung eindämmen. Antibiotika werden zur Bekämpfung einer Infektion eingesetzt. Einigen Katzen muss täglich ein Medikament verabreicht werden, das durch Ansäuerung des Urins Steinbildung verhindern soll. Falls die Harnröhre von Blasensteinen verlegt wird, kann eine operative Entfernung der Steine notwendig werden.

Denken Sie daran: Benutzen Sie nur die von uns verschriebenen Medikamente - einige für Menschen zugelassene Arzneimittel sind für Katzen giftig.

Prophylaxe - Vorbeugung

Der beste Weg, FLUTD zu verhindern, ist Ihre Katze zum Trinken von viel Wasser zu ermutigen und ihre Fütterung umzustellen. Sorgen Sie dafür, dass Ihrer Katze jederzeit genügend frisches, sauberes Wasser zur Verfügung steht. Idealerweise sollten Sie Ihrer Katze nur Feuchtfutter. Bringen Sie sie dazu, eine Extraportion Flüssigkeit aufzunehmen, indem Sie ihr eine Tasse Wasser unter das Futter mischen. Das Wasser sollte etwa 10 Minuten vor dem Füttern dem Futter zugefügt und gründlich mit dem Futter gemischt werden. Dadurch nimmt es den Geschmack des Futters an.

Sie können unsere Praxis auch spezielle Diätnahrungen beziehen, die die Gefahr einer Steinbildung mindern. Lassen Sie sich bei der Auswahl von Trockenfutter von uns beraten, denn die deklarationspflichtigen Herstellerangaben lassen keine vollständigen Aussagen über die Qualität des Trockenfutters zu.

Katzen sind bezüglich ihrer Toilettengewohnheiten sehr wählerisch. Eine schmutzige Katzentoilette kann sie dazu bringen, den Urin zurückzuhalten. Das wiederum erhöht das Risiko für die Bildung von Harnsteinen. Gibt es in Ihrem Haushalt mehrere Katzen, sollte der betroffenen Katze eine eigene Katzentoilette zu Verfügung stehen. Dadurch können Sie auch beobachten, wie viel Harn sie produziert und Probleme so früh wie möglich erkennen.

Falls Sie sonstige Fragen bezüglich der Gesundheit Ihrer Katze haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Sie helfen Ihnen gerne weiter.

Wissenswertes zum Harnapparat der Katze

Hauskatzen stammen von Katzen ab, die früher in den trockenen Regionen Nordafrikas und des Mittleren Osten gejagt haben. Diese Katzen haben sich an die Trockenheit angepasst, indem sie den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs aus ihrer Nahrung aufnahmen und deshalb nicht sehr viel trinken mussten. Kommerziell hergestellte Katzennahrung enthält häufig weniger Wasser als natürliche Nahrung. Viele Katzen trinken jedoch meist nicht genug Wasser, um dies auszugleichen.

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Das Hornhautgeschwür, eine der häufigsten Augenerkrankung der Katze

Wenn das Katzenauge auch einige Unterschiede zum menschlichen Auge aufweist, insbesondere was das Nachtsehen anbelangt, so ähnelt es ihm doch in seiner Grundstruktur. Deshalb können Katzen an ähnlichen Augenkrankheiten leiden wie der Mensch. Weil das Auge kompliziert und sehr fein gebaut ist, ist es sehr empfindlich. Alle Augenprobleme erfordern deshalb sofortige tierärztliche Untersuchung. Eines der häufigsten Augenprobleme bei der Katze ist das Hornhautgeschwür.

Was ist ein Hornhautgeschwür?

Die Hornhaut ist das durchsichtigen Gewebe, das die Vorderseite des Augapfels bildet. Kommt es hier zu einem Defekt spricht man von einem Hornhautgeschwür. Die Schädigung kann so klein sein, das sie für Sie als Besitzer kaum sichtbar ist. Manchmal ist nur die oberste Schicht der Hornhaut betroffen. Das Geschwür kann jedoch auch tiefer gehen und dann schwierig zu behandeln sein. Häufig ist es von einer Schicht abgestorbenen Gewebes bedeckt und die Augenoberfläche erscheint getrübt. Gewöhnlich vergrößert sich das Geschwür nur langsam, es kann aber auch zu einer Infektion mit gefährlichen Bakterien kommen. Diese Bakterien produzieren chemische Substanzen, die das umgebende gesunde Gewebe auflösen und innerhalb von wenigen Stunden zu einer bleibenden Erblindung Ihrer Katze führen können.

(Symptome) Woran erkennen Sie die Erkrankung ?

Wichtig: Häufig können Sie als Besitzer nicht mehr erkennen, als das Ihre Katze ein Problem mit einem oder beiden Augen hat. Sie sollten dann umgehend einen Tierarzt aufsuchen, um die Augen untersuchen zu lassen, damit Komplikationen vermieden, eine eindeutige Diagnose gestellt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden kann.

Hornhautgeschwüre können sehr schmerzhaft sein, so dass sich Ihre Katze möglicherweise versteckt oder ein ungewöhnlich aggressives Verhalten zeigt. Das betroffene Auge tränt meist. Das gilt jedoch nicht für die Fälle, bei denen das Geschwür durch einen Mangel an Tränenflüssigkeit verursacht wurde. Manche Katzen blinzeln häufig und die Bindehaut erscheint gerötet und entzündet. Manchmal bedeckt auch die Nickhaut die Augenoberfläche, wenn die Lider offen sind. Die Nickhaut ist das dritte Augenlid bei Tieren. Sie ist eine schützende Membran unter den eigentlichen Augenlidern.

(Ursache) Wodurch entsteht das Hornhautgeschwür

Die Ursache von Hornhautgeschwüren bleibt häufig ungeklärt. Viele werden durch kleine Kratzer verursacht, die etwa bei Kämpfen mit anderen Katzen entstehen. Fremdkörper wie Staub- oder Sandkörner, irritierende Chemikalien oder unter dem Augenlid gefangene Pflanzenteile wie Grassamen oder eine Kralle können eine Schädigung der Hornhaut verursachen. Auch fehlgestellte Wimpern können auf der Hornhaut reiben und so die Ursache für die Krankheit sein. Bakterielle oder durch Viren verursachte Infektionen können sowohl ein gesundes Auge schädigen als auch eine bestehende Verletzung verschlimmern und zu sehr komplizierten Hornhauterkrankungen führen. Auch wenn Ihre Katze zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, neigt das Auge zu einer solchen Erkrankung.

(Diagnose) Wie wird die Erkrankung festgestellt ?

Wir versuchen, die Ursache für das Geschwür herauszufinden, um die beste Behandlungsmethode zu wählen. Eine oberflächliche Betäubung des Auges in Form von anästhetischen, d.h. betäubenden Augentropfen macht es für uns einfacher das , das erkrankte Auge zu untersuchen, weil Ihre Katze durch die Oberflächenanästhesie keinen Schmerz am Auge verspürt. Das auch noch so kleine Hornhautgeschwür können wir mit fluoreszierenden Augentropfen sichtbar machen. Anhand der Färbung können wir die Ausdehnung des Geschwürs erkennen. In einigen Fällen ist sicher eine Laboruntersuchung von Proben des Hornhautgeschwürs notwendig und wird, sofern erforderlich, von uns eingeleitet.

(Therapie) Behandlung des Hornhautgeschwürs

Die gewählte Behandlung richtet sich nach Art und Ausdehnung der Erkrankung. Verursacht ein Fremdkörper das Geschwür, wird dieser entfernt. Unter Betäubung wird das abgestorbene Gewebe entfernt und eine schützende Schicht über die Wunde gelegt, um die Heilung zu fördern. Diese Schicht kann ein Gewebslappen der Nickhaut sein oder auch eine weiche Kontaktlinse. Möglicherweise ist ein Halskragen erforderlich, um Ihre Katze am Reiben des Auges zu hindern, da dies weitere Schäden verursachen könnte. Antibiotische Augentropfen oder -salbe bekämpfen die Infektionsgefahr. Zusätzliche Medikamente können eingesetzt werden, um die Entzündung zu vermindern. Wenn das Geschwür relativ oberflächlich ist und keine Operation erfordert, bekommen Sie möglicherweise eine Augensalbe oder Augentropfen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Wenn die Heilung beginnt, wird das Gebiet um das Geschwür möglicherweise röter, und kleine Blutgefäße beginnen, über die Oberfläche des Auges einzusprossen und die Heilung zu unterstützen.

Die Anwendung von Augentropfen oder Augensalbe

Halten Sie Ihre Katze gut fest und biegen ihren Kopf etwas nach oben. Ziehen Sie mit Daumen und Finger der haltenden Hand die Augenlider vorsichtig auseinander und verabreichen Sie das Medikament mit der anderen Hand. Halten Sie die Spitze der Medikamententube parallel zur Augenoberfläche; sie sollte nicht direkt darauf zeigen. Geben Sie einen kleinen Streifen Salbe oder einige wenige Tropfen Flüssigkeit vorsichtig auf die Augenoberfläche, verschließen Sie die Augenlider und massieren Sie diese leicht, um das Medikament über die ganze Oberfläche des Augapfels zu verteilen. Gehen Sie sehr vorsichtig vor, um nicht versehentlich mit der Tuben- oder Flaschenspitze die Augenoberfläche zu berühren, da dies zu Schäden am Auge führen kann oder zu einer Verunreinigung des Flascheninhalts.

(Prognose) Wie sind die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung?

Das hängt natürlich von der Art des Geschwürs ab und davon, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Eine frühzeitige Behandlung bietet die besten Aussichten auf eine gute Heilung. Es kann eine kleine Narbe auf der Hornhautoberfläche zurückbleiben, die jedoch normalerweise keine Einschränkung für das Sehvermögen Ihrer Katze bedeutet. Wenn die Behandlung zu spät einsetzt oder keinen Erfolg hat, kann Ihre Katze auf dem betroffenen Auge erblinden. Eine Katze hat jedoch mit einem Auge meist noch eine gute Lebensqualität und ist häufig fähig, ihre Behinderung auszugleichen.

Wenn die Augen Ihrer Katze schmerzhaft oder gerötet erscheinen oder Sie irgendeinen ungewöhnlichen Ausfluss bemerken, sollten Sie Ihre Katze unverzüglich in der Praxis vorstellen.

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Herzerkrankungen bei der Katze

Herzerkrankungen treten bei der Katze immer häufiger bei den älteren Katzen auf, aber deutlich seltener als beim Hund. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass unsere Katzen heute aufgrund der verbesserten tiermedizinischen Versorgung eine höhere Lebenserwartung haben. Einige Herzprobleme sind schon bei der Geburt vorhanden. Sie werden meist erst offensichtlich, wenn die Katze älter wird.

Die meisten Herzerkrankungen der Katze sind im Gegensatz zum Hund keine Herzklappenerkrankungen, sondern Erkrankungen des Herzmuskels.

Was ist eine Kardiomyopathie?

Das Herz der Katze ist genauso aufgebaut wie das des Menschen. Es besteht aus Muskel und ist in vier Kammern unterteilt. Die rechten Herzkammern erhalten das verbrauchte Blut aus dem Körperkreislauf und schicken es zu den Lungen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird, die linken erhalten das Blut aus den Lungen und pumpen es durch den Rest des Körpers. Bei einer Kardiomyopathie kommt es zu einer krankhaften Veränderung des Herzmuskels. Bei der hypertrophen Kardiomyopathie wird der Herzmuskel krankhaft verdickt, das Herz kann nicht mehr richtig arbeiten und die Blutmenge, die es durchfließt, verringert sich. Eine andere Form der Herzerkrankung wird durch eine Dehnung des Herzmuskels verursacht. Sie kam vor allem bei Katzen vor, die einen Mangel an Taurin, einer für die Katze essentielle Aminosäure, aufwiesen (Dilatative Kardiomyopathie). Diese Erkrankung ist heute jedoch relativ selten, da die Hersteller von Katzennahrung ihren Produkten zusätzlich Taurin beimengen. Eine einseitge Ernährung zum Beispiel reine Fisch- oder Leberfütterung kann das Auftreten begünstigen.

Ursache der hypertrophen Kardiomyopathie?

Häufig tritt die hypertrophe Kardiomyopathie bei älteren Katzen auf, die unter Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nieren leiden. Sie kann jedoch auch völlig gesunde Tiere betreffen. Die genaue Ursache ist häufig unbekannt. Sie kommt bei einigen Rassen häufiger vor, z. B. bei Perser Katzen. Es wird deshalb vermutet, dass sie eine genetische Ursache hat und vererbt wird.

(Symptome) Woran erkennen Sie eine Herzerkrankung?

Viele Katzen zeigen sehr lange überhaupt keine Symptome wenn sie krank sind. Wenn dann die ersten Anzeichen sichtbar werden, ist die Erkrankung meist schon sehr weit fortgeschritten. Viele Symptome einer Herzerkrankung sind eher unspezifisch und ähneln denen, die normalerweise auftreten, wenn Ihre Katze älter wird. Eine Herzerkrankung äußert sich dadurch, dass Ihre Katze einen verminderten Appetit hat, nicht mehr so aktiv ist und sich öfters ausruht. Die Zunge Ihrer Katze kann aufgrund mangelnder Sauerstoffversorgung bläulich-rot sein. Keuchen, Gewichtsverlust, Ruhelosigkeit, Husten, Ohnmacht und Anschwellung von Körperteilen aufgrund von Wassereinlagerung können ebenfalls auftreten.

Folgen der Herzerkrankung

Eine Erkrankung des Herzens erhöht den Blutdruck (Hypertension), wodurch Blutgefäße platzen können. Handelt es sich dabei um Blutgefäße im Auge, kann Ihre Katze erblinden. Blutgerinnsel können sich bilden und in den Blutkreislauf gelangen. Dort können sie zu einer Verstopfung der Blutgefäße führen. Blockiert das Blutgerinnsel das Gefäß, das die Hinterbeine versorgt, kann eine plötzliche Lähmung auftreten. Dieser Zustand ist sehr schmerzhaft und die Katze wird möglicherweise im Freien aufgefunden. Sie ist dann unfähig zu laufen und sehr elend. Diese Symptome werden häufig irrtümlich für das Ergebnis eines Verkehrsunfalls gehalten. Wird Ihre Katze so gefunden, dann handelt es sich um einen Notfall und sie braucht sofortige tiermedizinische Behandlung.

(Diagnose) Wie wird die Herzerkrankungen festgestellt ?

In unserer Praxis können wir durch Abhören mit einem Stethoskop Veränderungen der Herztöne sowie abnormale Herzgeräusche feststellen. Eine Röntgenuntersuchung zeigt, ob das Herz vergrößert ist oder eine veränderte Form aufweist. Mithilfe von Ultraschall lässt sich der Herzmuskel messen, wodurch man sehen kann, ob der Muskel zu dick oder gedehnt ist. Unser computergesteuertes Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die elektrische Aktivität auf, die den Herzmuskel zum Schlagen bringt. Hier können Veränderungen am Herzmuskel erkannt werden. Bei der Kardiomyopathie kann der Herzschlag verändert oder unregelmäßig sein. Weiterhin steht uns ein Blutdruckmessgerät zur Verfügung, mit dem wir den Blutdruck Ihrer Katze kontrollieren können.

(Therapie) Behandlung der Herzerkrankung

Wenn die Krankheit früh genug festgestellt wird, kann eine Langzeitbehandlung mit Medikamenten sowie andere Maßnahmen das Fortschreiten zwar verlangsamen, aber letztendlich nicht aufhalten. Man sollte den Stress der Katze auf ein Minimun reduzieren.

Wir werden Ihrer Katze gegebenenfalls Medikamente verabreichen, die das Herz stärken und den Herzschlag normalisieren. Durch Medikamente, die die überschüssige Flüssigkeit vermindern (Diuretika), die sich in der Brust Ihrer Katze ansammeln und ihre Atmung behindern kann, bekommt ihre Katze wieder besser Luft.

VORSICHT:

Je nach Erkrankung kommt auch Aspirin (genau wie bei menschlichen Herzpatienten) zum Einsatz, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Dieses Medikament kann für Katzen jedoch gefährlich werden, wenn eine zu hohe Dosis verabreicht wird. Eine einzige Dosis Aspirin, die beim Menschen drei Stunden wirkt, kann bei Ihrer Katze bis zu drei Tage (!) wirken. Geben Sie Ihrer Katze deshalb NIEMALS Medikamente, die nicht durch uns verschrieben wurden, und halten Sie sich genau an die Dosierungsanweisungen. Wenden Sie keine Medikamente als Vorbeugende Maßnahme an, Sie schaden Ihrer Katze damit nur.

Falls eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt wird diese natürlich ebenfalls behandelt.

Spezielle Diätnahrung für Katzen mit Herzerkrankungen können Sie über unsere Praxis beziehen. Eine salzarme Ernährung vermindert die Wasseransammlung im Körper.

(Prognose) Wie sind die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung ?

Es ist schwierig vorherzusagen, wie lange Ihre Katze mit einer Herzkrankheit noch zu leben hat und wie gut ihre Lebensqualität sein wird. Das hängt vor allem davon ab, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist. Die durchschnittliche Überlebenszeit von Katzen, bei denen eine Herzerkrankung festgestellt wurde, liegt bei sechs Monaten, kann aber zwischen wenigen Wochen und mehreren Jahren schwanken.

Falls Sie sonstige Fragen bezüglich der Gesundheit Ihrer Katze haben, wenden Sie sich bitte an unser Team. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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Nierenerkrankungen bei der Katze

Da die Katze dem Futter sehr viel Flüssigkeit entziehen und den Harn sehr stark konzentrieren kann gehört die Niere der Katze zu den Höchstleistungsorganen im Tierreich. Den Leistungen entsprechend ist die Belastung diese Organs und damit seine Anfälligkeit sehr groß. Nierenfunktionsstörungen sind ein häufiges Problem bei der mittelalten und älteren Katze. Ein allmähliches Nachlassen der Funktionsfähigkeit der Nieren ist ein unausweichlicher Teil des Alterungsprozesses und geschieht bei verschiedenen Tieren unterschiedlich schnell. Ein Nierenschaden kann nicht rückgängig gemacht werden.

Eine nierenkranke Katze erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Ihnen und unserer Praxis.

Ursachen der Nierenfunktionsstörung:

Die Zellen der Niere filtern natürliche Gifte aus dem Blut, die als normale Abbauprodukte des Körperstoffwechsels entstehen. Diese Stoffe werden dann mit dem Urin ausgeschieden. Eine Schädigung der Nierenzellen ist Teil des ganz normalen Alterungsprozesses. Mit der Zeit wird immer mehr Nierengewebe geschädigt, bis die Niere ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen kann: Abbauprodukte werden dann nicht länger ausgeschieden, sondern häufen sich im Blut an. Dieser Zustand wird in der tiermedizinischen Fachsprache als chronische Nierenfunktionsstörung bezeichnet und kommt bei über sieben Jahre alten Katzen sehr häufig vor. Ererbte Defekte (insbesondere bei Langhaarrassen), bakterielle Infektionen, Viruskrankheiten wie die FeLV (Felines Leukämie Virus) oder FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) können die Situation ebenso verschlimmern wie Vergiftungen und Tumorbildung. Plötzliches oder akutes Nierenversagen wird durch Vergiftungen, bakterielle oder virale Infektionen, Verlegung der Harnleiter oder Herzerkrankungen verursacht. Akutes Nierenversagen ist ein Notfall und erfordert umgehende tiermedizinische Behandlung. Selbst wenn wir die Erkrankung erfolgreich behandeln, kann eine dauerhafte Schädigung der Nieren zurückbleiben.

(Symptome) Woran erkennen Sie die Erkrankung ?

Nierenerkrankungen bleiben für den Besitzer lange Zeit unentdeckt, weil die anfänglichen Krankheitszeichen erst auftreten, wenn etwa drei Viertel der Nierenzellen nicht mehr arbeiten können. Eines der ersten Krankheitsanzeichen ist der Verlust der Fähigkeit, einen konzentrierten, dunklen Urin zu bilden. Um also dieselbe Menge Abbauprodukte auszuscheiden, muss Ihre Katze eine größere Menge dünneren Urins bilden. Ihre Katze trinkt mehr als gewöhnlich und muss häufiger Urin absetzen. Wenn sich die Krankheit verschlimmert, können andere Symptome auftreten. Ihre Katze kann niedergeschlagen sein und keinen Appetit mehr haben. Durch die vermehrten Schadstoffe im Blut, die nicht mehr ausgeschieden werden können, entstehen an den Schleimhäuten des Magen- und Darmtraktes Entzündungen die häufigem Erbrechen führen (renal bedingte Gastitis, Gastroeneteritis). Die Katzen verlieren schnell Gewicht und bekommen ein stumpfes oft struppiges Fell bekommen. Sie stellen vielleicht auch Mundgeruch und Geschwüre im Maul fest (urämische Stomatitis). Im Endstadium der Krankheit kann Ihre Katze schließlich ins Koma fallen.

(Diagnose) Wie wird die Nierenerkrankung festgestellt ?

Da viele der oben genannten Symptome auch bei anderen Krankheiten vorkommen, beispielsweise bei Diabetes oder Lebererkrankungen, werden wir bei entsprechendem Verdacht Blut- und Urinuntersuchungen durchführen, um die genaue Diagnose zu stellen. In einigen Fällen kann es erforderlich werden, das wir eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bei Ihrer Katze durchführen, um feststellen, ob eine Nierenerkrankung vorliegt.

(Therapie) Behandlung der Nierenerkrankung

Auch wenn der Nierenschaden nicht behoben werden kann, lässt sich doch einiges tun, damit sich Ihre Katze besser fühlt. Viele Katzen, die sehr große Mengen Urin produzieren, trocknen trotz vermehrter Wasseraufnahme hochgradig aus. Wir versuchen dies durch Infusionen, also Gabe zusätzlicher Flüssigkeit, auszugleichen. Eventuell werden wir auch Medikamente gegen die durch die Nierenerkrankung verursachten Symptome (z. B. Magen- und Maulschleimhautgeschwüre) verordnen. Die geschädigte Niere kann die Abbauprodukte des Körpers nicht mehr vollständig ausscheiden, weshalb Nieren- oder Blasensteine entstehen können. Anämie (Blutarmut) ist ein häufiges Problem bei Katzen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium und muss entsprechend behandelt werden.

Sie können Ihrer Katze helfen, indem Sie die Belastung des übrigen gesunden Nierengewebes verringern. Dies kann durch Umstellung der Nahrung auf eine die Nieren schonende Diät geschehen. Sie erhalten in unserer Praxis spezielles Diätfutter, das die Abbauprodukte im Blut reduziert, und außerdem eine hohe Menge an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Geben Sie Ihrer Katze möglichst keine Tischreste oder Leckerlies, da diese eine Diät negativ beeinflussen. Betroffene Katzen fühlen sich häufig schlecht und verlieren das Interesse an Futter. Manchmal hilft es, wenn Sie das Futter anwärmen, sodass der Geruchssinn Ihrer Katze angeregt wird, oder wenn Sie sie aus der Hand füttern, während sie sich an die neue Nahrung gewöhnt. Bieten Sie Ihrer Katze mehrmals täglich kleine Portionen an und werfen Sie übrig gebliebenes Futter weg. Stellen Sie unbedingt sicher, dass Ihre Katze jederzeit Zugang zu frischem und sauberem Wasser hat. Wenn Ihre Katze Durst leidet, wird sich die Krankheit schnell verschlechtern.

(Prognose) Wie sind die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung ?

Wenn es sich bei Ihrer Katze um einen altersbedingten Nierenschaden handelt, kann sie auch nach der Diagnosestellung noch einige Jahre leben. Genau wie bei anderen Krankheiten gilt auch hier: Gute Pflege trägt enorm zum Wohlbefinden Ihrer Katze bei und steigert die Lebenserwartung beträchtlich. Ihre Katze muss regelmäßig von uns untersucht werden und die (medikamentöse) Behandlung muss immer wieder neu auf den Zustand Ihrer Katze angepasst werden. Sie können uns durch häufiges Wiegen Ihrer Katze, Beobachtung ihres Verhaltens und Kontrolle der Nahrungs- und Wasseraufnahme mit wertvollen Informationen versorgen, die bei der Behandlung der Erkrankung sehr hilfreich sind.

Falls Sie sonstige gesundheitliche Fragen bezüglich Ihrer Katze haben, wenden Sie sich bitte an unser Team. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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Zahnerkrankungen bei der Katze

Zahnerkrankungen kommen bei der Katze sehr häufig vor. Studien zeigen, dass etwa 75% aller Katzen an Zahnerkrankungen leiden (American Veterinary Dental Society, 14th Annual Veterinary Dental Forum. 2000 Proceedings, San Antonio, Texas, USA). Bleiben sie unbehandelt, können sie zu Schäden an Zähnen, Zahnfleisch oder Kieferknochen führen, die schwer oder gar nicht mehr heilbar sind. Zahnerkrankungen sind jedoch vermeidbar, indem der Aufbau von Zahnbelag verhindert wird.

(Symptome) Woran können Sie Zahnerkrankungen erkennen ?

Zahnbelag (Plaque) ist eine gelblich-weiße Ablagerung aus Bakterien und Abbauprodukten, die sich auf den Zähnen bildet. Mit der Zeit wird der Belag hart und wird zu gelblich-braunem Zahnstein, der sich von der Zahnbasis aus allmählich ausbreitet bis er die gesamte Zahnoberfläche bedeckt. Abgesehen von Zahnstein, gibt es noch weitere Anzeichen dafür, dass die Zähne nicht in Ordnung sind. Ein übel riechender Mundgeruch ist sehr häufig ein Hinweis auf Zahnerkrankung. Fortgeschrittene Zahnerkrankungen verursachen Unbehagen oder sogar Schmerzen beim Fressen. Die Katze schüttelt ihren Kopf und berührt mit der Pfote ihr Maul. Zahnprobleme führen auch zu übermäßigem Speichelfluss, dem manchmal Blut beigemengt sein kann.

Wichtig: Auch wenn ihre Katze noch frisst kann sie erhebliche Zahnprobleme haben.

Folgen von Zahnerkrankungen ?

Der unter dem Zahnfleisch versteckte Zahnstein ist der Ausgangspunkt für größere Probleme. Er enthält Bakterien, die das umgebende Zahnfleisch angreifen und eine schmerzhafte Entzündung (Gingivitis) verursachen. Diese Entzündung kann auch auf den Zahnhalteapparat und die Zahnwurzeln übergreifen und durch Bakterienbesiedlung zu einer eitrigen Infektion führen. Der Eiter kann sich um die Wurzeln ansammeln und es kommt zur Bildung von Zahnwurzelabszessen, die äußerst schmerzhaft sind. Durch die Entzündung und /oder Infektion kommt es zum Abbau von Zahnfleisch, Zähnen und Kieferknochen. Bei Fortschreiten der Erkrankung kommt es schließlich zur Lockerung und zum Ausfall der Zähne. Bakterien und die von ihnen produzierten Schadstoffe können auch in die Blutbahn gelangen und so Erkrankungen an verschiedenen Organen des Körpers wie Nieren, Herz und Leber verursachen.

(Therapie) Behandlung der Zahnerkrankungen

Die Behandlung Ihrer Katze richtet sich nach der Art der Zahn- und/oder Zahnfleischerkrankung. Häufig besteht der erste Behandlungsschritt für die verbleibenden Zähne in der Gabe von Antibiotika. Sie töten die Bakterien ab, und vermindern so die Infektion im Maulbereich. Dann werden wir Ihrer Katze unter Narkose den Zahnstein entfernen. Das geschieht meist mit Hilfe eines speziellen Ultraschallgeräts. Schließlich werden die Zähne Ihrer Katze poliert, sodass eine glatte Zahnoberfläche entsteht, was die Bildung neuer Zahnbeläge deutlich verlangsamt. Das Wiederauftreten der Zahnbeläge ist jedoch unvermeidbar. Um die Zähne Ihrer Katze in gutem Zustand zu erhalten, müssen sie regelmäßig von Zahnstein befreit und poliert werden, in manchen Fällen alle sechs bis zwölf Monate. Wenn Ihre Katze schon seit längerer Zeit Probleme beim Fressen hat und offensichtlich unter Schmerzen leidet, kann es sein, dass wir Röntgenaufnahmen vom Kiefer Ihrer Katze machen müssen. Dadurch können wir feststellen, ob tiefer gelegene Veränderungen an den Wurzel der Zähne oder am Kieferknochen vorhanden sind. Alle bereits lockeren Zähne müssen entfernt werden, da hier die Erkrankung für eine Behandlung zu weit fortgeschritten ist.

Eine besondere Zahnerkrankung der Katze: Odontoklastische resorptive Läsionen (FORL <Feline Odontoclastic Resorpitive Lesions>)

Eine besondere Zahnerkrankung der Katze stellen Löcher in den Zähnen der Katze dar, die von den Katzenbesitzern häufig als Katzenkaries bezeichnet. Dies Bezeichnung ist nicht korrekt, weil es sich definitionsgemäß bei dieser Erkrankung nicht um Karies handelt. Die Entstehung der Löcher ist noch weitgehend unbekannt, es sind aber sehr häufig Rassekatzen v.a. asiatischer Abstammung betroffen.

Die Therapie der betroffenen Zähne besteht aus der Zahnextraktion, weil Füllungen gleich welcher Art nur vorrübergehend halten. Die Erkrankung schreitet auch unter der Füllung fort und führt zu einem baldigen Verlust derselben. Im übrigen ist die Erkrankung keineswegs neu, sondern wurde bereits 1930 von Hopewell-Smith beschrieben.

Prophylaxe - Vorbeugung

Kann eine Umstellung der Fütterung helfen, die Krankheit zu verhindern?

In der Wildnis hätte Ihre Katze viel gesündere Zähne, da ihre Nahrung andere Bestandteile enthielte, als sie in kommerziellem Dosen- oder Trockenfutter zu finden sind. Katzen fressen normalerweise das Fell, die Federn usw. von Mäusen und kleinen Vögeln mit, wodurch die Zahnsteinablagerungen abgetragen werden. Sie können bei Ihrer Katze die Bildung von Zahnbelägen verlangsamen, indem sie Nassfutter teilweise durch Trockenfutter ersetzen. Um das härtere Trockenfutter kauen zu können, muss Ihre Katze mehr Speichel produzieren, der eine natürliche keimhemmende Wirkung hat. Mittlerweile gibt es spezielles Futter, was durch freigesetzte Polyphosphate die Bildung von Plaque verhindern soll.

Fragen Sie in unserer Praxis nach und lassen Sie sich beraten

Was kann ich sonst noch tun, um die Zähne meiner Katze sauber zu halten?

Das Zähneputzen bei der Katze ist zur Vorbeugung gegen Zahnerkrankungen genauso wichtig wie bei Ihren eigenen Zähnen. Idealerweise sollte Ihre Katze von klein auf daran gewöhnt werden, dass Sie ihr die Zähne putzen. Hierzu wickeln Sie einen weiches Tuch um Ihren Finger und reiben damit vorsichtig über die Zähne der Katze. Später können sie eine speziell für Katzen entwickelte Zahnbürste oder eine normale kleine Zahnbürste mit weichen Borsten verwenden. Für Katzen sind auch Zahnbürsten erhältlich, die Sie mit einer Kappe über den Finger stülpen können. Wir halten für Ihre Katze eine spezielle Zahncreme bereit, die Ihrer Katze schmeckt und hilft, sowohl die Plaquebildung zu verringern als auch eine Entzündung und/oder Infektion zu verhindern.

Wichtig:
Nehmen Sie keine Zahncreme, die für Menschen gedacht ist: Sie schäumt im Maul auf, Ihre Katze wird den Geschmack nicht mögen und sie kann ihr ernsthaft schaden. In unserer Praxis liegt spezielle Zahnpasta für Ihre Katze bereit. Diese Zahnpasta enthält Enzyme, die die Plaquebildung reduzieren.

Was kann ich tun, wenn meine Katze sich das Zähneputzen nicht gefallen lässt?

Ihre Katze wird das Zähneputzen am Anfang vielleicht nicht leiden können. Mit Geduld, Beharrlichkeit und einem behutsamen Vorgehen können aber die meisten Katzen daran gewöhnt werden. Regelmäßiges Putzen einmal täglich oder wenigstens dreimal die Woche reduziert das Risiko deutlich, dass Ihre Katze ernsthafte Zahnprobleme erleidet oder wiederholt Narkosen zur Behandlung einer fortgeschrittenen Zahnerkrankung benötigt.
In unserer Praxis erhalten Sie "Kaurollis" die durch den Speichelfluß beim Kauen Enzyme freisetzen, die eine Plaquebildung reduzieren.
Vorbeugender Gesundheitsschutz ist für Ihre Katze sehr wichtig. Regelmäßiges Zähneputzen schon von klein auf kann verhindern, dass Ihre Katze tierärztliche Zahnbehandlung benötigt.

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